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Bürger-Rezeption
 

Zur Geschichte und Struktur des “Bürger-Archivs”

Im Jahre 2006 begann der Autor, direkt neben dem Geburtshaus Gottfried August Bürgers lebend, mit den Arbeiten zu einer Website für das damals noch existierende Bürger-Museum. Die Kenntnisse zu Bürger waren rudimentär, vorrangig ging es um die Präsentation des Museums. Als der Bürger-Biograph Helmut Scherer (Berlin) einen Vortrag im Museum hielt, ergab sich eine völlig neue Perspektive. Scherer verfügt über das wohl umfangreichste Archiv mit Arbeiten von und über Bürger - dieses stellte er für die Digitalisierung zur Verfügung und unterstützte die Arbeit in jeder Art und Weise. Eigene Erwerbungen kamen hinzu. Sehr positiv wirkte sich aus, dass seitens Google mit der Digitalisierung ganzer Bibliotheken begonnen wurde, ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist. Die bei Google mögliche Volltextsuche erleichterte die Arbeiten ungemein. Infolge des wachsenden Datenumfanges musste die Struktur der Website mehrfach geändert werden. Ab 2007 wird die Website http://www.gottfried-august-buerger-molmerswende.de/  in unregelmäßigen Abständen von einer amerikanischen Stiftung im Internet-Archiv archiviert: https://archive.org/
    Natürlich blieb eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema Bürger nicht aus. Erstaunlicherweise weicht das Bild, das sich nach Auswertung der umfänglichen Literatur ergab, weit von dem ab, was bis über die Mitte des 20. Jahrhunderts in den deutschen Literaturgeschichten gezeichnet wurde. Andreas Huysen formuliert das 2001 so: “Wie sonst im Sturm und Drang nur noch Lenz wurde Bürger das Opfer einer Literaturbetrachtung, die ihre Vorurteile gegenüber dem radikalen Demokraten hinter moralischer Mißbilligung seines Lebenswandels und Kritik an seiner angeblich schlampigen Amtsführung versteckte. Die Vorwürfe des Disziplinmangels, des groben Naturalismus, der ausufernden Sinnlichkeit, die sich ebenso gegen die Dichtungen wie gegen den Menschen Bürger richteten, führten dazu, daß schließlich nur noch die Lenore als bedeutende poetische Leistung Bürgers anerkannt wurde. Paradoxerweise ließ gerade die in der Tat einmalige Perfektion der Lenore Bürgers übrige Balladen und Romanzen, seine Lieder und Sonette in Vergessenheit geraten.”
    Für die Abwertung Bürgers wird regelmäßig eine Rezension Friedrich Schillers von 1791 instrumentalisiert. Diese Rezension fand bis zu Schillers Tod öffentlich nicht einen einzigen Verteidiger, wurde jedoch im Rahmen der in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts implementierten “Weimarer Klassik” der Maßstab zur Bewertung der Person Bürger und seines Werkes. Die Absurdität der ehrabschneidenden Rezension (“unreifer Jüngling" mit einer „ungeschlachten, ungebildeten Individualität", der sich „mit dem Volk vermische“ und dessen “Muse überhaupt einen zu sinnlichen, oft gemeinsinnlichen Charakter zu tragen scheint”) formuliert Robert Gernhardt in seinem Schiller-Prozess von 2010: „in dieser Kritik also verabschiedet sich Schiller vom stürmischen Drang seiner Jugendgedichte und fordert dem Älteren für das bisher von ihm Geleistete das ab, was er, der Jüngere, sich gerade zu leisten vorgenommen hat: klassische. schlackenlose Kunstwerke.”
   Tatsächlich hat Bürger zu Ende des 18. und im 19. Jahrhundert eine Popularität in allen Bevölkerungsschichten erreicht, von denen unsere “Klassiker” nur träumen konnten. Diesem Thema sind die beiden Monographien Rufmord klassisch von 2012 und G. A. Bürger, Friedrich Schiller und der kranke Uhu von 2015.gewidmet.
  
Das Archiv wird auch jetzt noch in unregelmäßigen Abständen erweitert. Die wichtigsten Gliederungspunkte sind:

Startseite: Über die Startseite kommt man entweder in das obige Menü oder zu Neues und Wichtiges. Dort wird auf einige
          grundlegende Beiträge verlinkt, zudem werden der besseren Übersicht halber alle neuen Einträge dokumentiert

Glanzpunkte: Hier werden einige besonders interessante Stücke aus der Bibliothek vorgestellt.

Vergangenes: Die Geschichte des Museums ist bis zu seiner Schließung dokumentiert.

Illustrationen:  Alle bisher entdeckten Illustrationen zu Bürgers Werk (Ausnahme: Münchhausen) sind hier z. T. in hoher
             Auflösung verfügbar, auf weitere wird verwiesen.

Parodien: Viele mehr oder weniger ernst gemeinte Be- oder Umarbeitungen Bürgerscher Werke sind hier versammelt.

Musikalisches: Dieses Kapitel ist der wenig bekannten Wirkung des Bürgerschen Werkes auf die Musik gewidmet.

Ikonographie: Da es sehr wenig authentische Bilder von Bürger gibt, sind die meisten Erfindungen der Neuzeit.

Münchhausen: Die Entstehung dieses Welterfolges ist dokumentiert, die beiden Erstausgaben sind faksimiliert.

Online-Bibliothek: Sie nimmt den größten Raum im Bürger-Archiv ein. Der Teil Faksimile enthält pdf-Dateien von Büchern,
          wissenschaftlichen Artikeln, Zeitungsartikeln, Ausschnitten aus Literaturgeschichten, links zu You-Tube-Videos o.ä.
          Die Volltexte sind editierbar, meist sind es kürzere Beiträge oder Ausschnitte aus längeren Arbeiten, in
          Ausnahmefällen auch Zeitungsanzeigen im Bildformat.