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Wie einige Äußerungen Bürgers belegen, war der Dichter sehr daran interessiert, dass seine Werke nicht nur vorgetragen, sondern möglichst gesungen wurden. Das
gilt nicht nur für die “Lenore”, sondern noch viel mehr für Werke wie “Die Entführung”. Gerade bei diesem Werk wird davon ausgegangen, dass der musikalische Vortrag ein notwendiges Element des Werkes ist - die
Verbindung zum “Bänkelgesang” ist hier naheliegend, siehe auch den Beitrag von W. Braungart.
Wer kennt nicht die 9. Sinfonie mit der “Ode an die Freude” aus dem Schlußsatz? Wenige wissen jedoch, dass Ludwig van Beethovens Meisterwerk auch eine direkte Verbindung zu G.A. Bürger hat. Der junge Beethoven muß Bürger sehr verehrt haben - ein in der Deutschen Staatsbibliothek erst 2002 aufgefundenes Albumblatt belegt es. Beethoven hat drei Gedichte von Bürger vertont:
Molly’s Abschied, Lied op.52 Nr.5 Das Blümchen Wunderhold, Lied op.52 Nr.8 Seufzer eines Ungeliebten und Gegenliebe, Lied WoO 118
Merkwürdigerweise hat die Gegenliebe keine Opuszahl, wurde also erst aus dem Nachlass mit Werk ohne Opuszahl als 118 gezählt. Diese Melodie erscheint jedoch Note
für Note als bestimmendes Motiv in der “Fantasie c-moll für Klavier, Chor und Orchester” op. 80, der sogenannten “Chorphantasie”. Der Musikwissenschaftler Harry Goldschmidt schrieb 1970: “Doch was singen die
Chöre? Niemand kann die unüberhörbare Nähe zum Freudenthema in der 15 Jahre später entstandenen neunten Sinfonie entgehen; Silbe für Silbe scheint die Liedmelodie jedem Ton wie angegossen.”
Noch eine Berümtheit soll erwähnt werden. In der Arbeit von Ebstein steht: “Aus einem Brief Zelters an Johann Wolfgang von Goethe vom 9. Oktober 1830 erfahren wir, daß Andrés
Komposition der “altberühmten, unliebenswürdigen Lenore, an die Bürger so viel Fleiß gewendet hat”, und die dem Schreibenden ein Gräuel ist, “Hop hop im Galopp durch alle Straßen Berlins ritt.”” Andrés Lenore war also noch 30 Jahre nach Bürgers
Tod ein regelrechter Gassenhauer in Berlin! Der durchaus bedeutende Berliner Musiker Carl Friedrich Zelter (1758 - 1832) war Goethes Duzfreund, hat weder Mozart noch gar Beethoven verstanden - eine umstrittene Person, z.B. bezeichnete ihn H. Pfitzner als “boshafter Simpel”. Goethe jedoch war sich bewußt, wie stark namentlich seine Lied-Lyrik der Ergänzung durch die Musik bedurfte. Diesen Part sollte Zelter ausfüllen (nach MGG Bd. 14, S. 1211) (c) Bärenreiter-Verlag 1986]
Eine erste Zusammenstellung der komponierten Werke Bürgers stammt von Erich Ebstein. Eine fundierte Analyse vieler Bürger-Vertonungen legte Peter Graf vor. Eine (hoffentlich unvollständige) Liste der zur Zeit im Handel erhältlichen Vertonungen ist beigefügt. Gearbeitet wird noch an der aktuellen Liste von Komponisten, die Werke von Bürger vertont haben. Das Problem besteht hier darin, dass in einigen Fällen zwar bekannt ist, dass es solche Vertonungen gibt - nicht jedoch welche. Beispiel: Salieri.
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